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Dezember 2008 - Die großen Fragen der Menschheit, Teil 4: Wo, verdammt noch mal, ist schon wieder me

Früher fürchteten die Gallier, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt, heute fürchten sie eher die Nacktfotos der Ehefrau Sarkozys. Carla Bruni und Nicolas Sarkozy – das sind die Majestix und Gutemiene von heute. Und der grantelnde Fischverkäufer Verleihnix wird heute von so einem wie Stroganow verkörpert, vielleicht aber auch von Gott selbst. Wenn der uns den Himmel auf den Kopf schmeißt, ist das immerhin noch besser, als einen Fisch von Verleihnix an den Kopf zu bekommen oder einen guten Rat von Stroganow. Neben seinen diversen Handelsunternehmen in Sachen wohlfühliger Substanzen ist Stroganow ja bekanntlich auch als Heiler verwirrter Seelen unterwegs, antwortet auf Fragen, die niemand stellt, stellt Zusammenhänge her, wo keine sind und vertritt Meinungen, die niemand braucht. Das macht ihm nun mal Spaß, nicht nur in seiner unmittelbaren Umgebung, sondern auch auf der ganzen Welt.
Zum Beispiel ist Stroganow nach wie vor der Ansicht, der Einsturz des World Trade Centers sei nur ein böser Trick David Copperfields, der die Trennung von Claudia Schiffer nicht verkraftet habe. Da können wir und nur freuen, dass Madonna und Guy Richie sich einvernehmlich gegen eine kleine Abfindung trennten, sonst müssten wir vielleicht damit rechnen, dass Madonna aus Rache wieder anfängt, in Kinofilmen mitzuspielen, was weitaus tiefere Schäden hinterließe als Mohammed Atta je vermochte. Der Wert einer Katastrophe bemisst sich nun mal nicht an der Zahl von Toten oder Verletzten, sondern an der medialen Aufmerksamkeit. Das ist im Großen so wie im Kleinen. Wie im Kosmos, so im Kiez. Auch hier bei uns zeigt sich doch, dass die Realität nichts anderes als die Summe angehäuften Schwindels ist. Handele so, dass die Maxime deiner eigenenVerblödung jederzeit auch Maxime einer allgemeinen Verblödung sein könnte, wusste schon Kant. Und der wusste noch, wo er steht.
Kommt es auf unseren Standpunkt an, oder nur auf unsere Vorstellung? Wer bestimmt eigentlich über mein Leben?
„Das ist doch am Ende egal“, sagt Stroganow. „Das Prinzip bleibt gleich: Nichts geht mich etwas an, solange die Katze meines Nachbarn nicht auf meinen Fußabtreter kackt.“
„Häh?!“, wunderte ich mich.
„Anders gesagt: was Du nicht willst, das man Dir tu, das lässt Du auch in Ruh. Einfaches Prinzip. Kümmer Dich um nichts, dann wird sich auch um dich nicht gekümmert.“
„Aber wie soll ich das denn bloß alles verstehen? Oft habe ich Angst, dass ich den Überblick verliere.“
„Das macht doch nichts“, sagt Stroganow. „Nimm dir einen Keks und entspann Dich. Schau, wer Du bist und wo Du stehst.“
„Ich bin ein Vertreter der Agentur für Sprache und Zweifel und stehe mit einem halben Liter Bier an Deinem Kiosk.“
„Na bitte“, erklärt Stroganow, „dann ist doch alles gut, solange Du hier bist, bist Du auch sicher – hier an meinem Kiosk am Rande des Universums.“
25.5.09 18:30
 
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